Trennungsfehler

Trennungsfehler – Fünf klassische Psychofallen

Egal, ob Sie verlassen wurden oder selbst Schluss gemacht haben: Eine Trennung tut weh. Ganz besonders dann, wenn es keine Hoffnung auf einen gemeinsamen Neuanfang nach einer Trennung gibt. Genau dieser Schmerz ist es, der uns folgenschwere Fehler begehen lässt.

Nun werden Sie fragen: Kann ich nach einer Trennung überhaupt Fehler machen? Ist es nicht besser, dem Gefühl zu folgen und alles zu tun, was sich irgendwie gut anfühlt? Ohne groß darüber nachzudenken? Jein. Natürlich dürfen Sie alles tun, damit Sie sich etwas besser fühlen. Aber nicht alles, was scheinbar gut tut, ist auch wirklich gesund. Manche »Hilfsmaßnahme« scheint auf den ersten Blick schmerzlindernd, wirkt aber in Wahrheit destruktiv und zieht Sie tiefer ins schwarze Loch. Mit den folgenden Tipps können Sie mit den fünf typischen Fehlern nach einer Trennung umgehen!

Falle Nr.1: Blinde Wut

Sie wurden betrogen und verlassen. Nun sind Sie rasend vor Wut. Da kann es verführerisch sein, sich mit fiesen Racheaktionen auszutoben. Gerüchte streuen, hasserfüllte Mails schreiben, peinliche Fotos veröffentlichen, Zwietracht in der Familie säen, Wertgegenstände verschwinden lassen, das gemeinsame Konto plündern, das Auto zerkratzen ? es gibt viele Möglichkeiten, Dampf abzulassen. Lassen Sie es. Die kurzzeitige Erleichterung rechtfertigt nicht die Folgen. Sie machen sich lächerlich, Ihr Ex-Partner verliert jeglichen Respekt vor Ihnen und schickt Ihnen im schlimmsten Falle die Polizei auf den Hals. Suchen Sie sich ein anderes Ventil. Lernen Sie Kickboxen, weinen Sie sich bei Freunden aus, besteigen Sie einen Dreitausender, vertrauen Sie Ihre Wut einem Tagebuch an. Aber nicht Ihrem Ex-Partner!

Falle Nr. 2: Verzweifelte Rückgewinnungsmaßnahmen

Sie wurden abserviert? Nein, ausgeschlossen, das muss ein Missverständnis sein. Weil Sie es nicht glauben können oder wollen, fahren Sie große Geschütze auf und versuchen, wieder zusammenzukommen. Sie überschlagen sich vor Zuneigungsbekundungen und wollen den abtrünnigen Ex-Partner mit Wohlverhalten, Geschenken und »überzeugendem« Verhalten zurücklocken. Ganz schlecht. Sie erreichen damit nur, dass Sie sich wertlos und klein fühlen ? und Ihren Ex vollends in die Flucht schlagen. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf sich selbst und gestalten Sie Ihr Leben allein, statt jemandem hinterher zu kriechen, der nicht mehr mit Ihnen zusammen sein will. 

Falle Nr. 3: »Lass uns Freunde bleiben«

Wir haben uns geliebt, also lass uns Freunde bleiben. Es klingt schön, ist aber eine Lüge. Geben Sie's zu: Sie wollen keine ehrliche Freundschaft, sondern über dieses Vehikel lediglich den Kontakt so eng wie möglich halten, weil Sie hoffen, dass die Trennung nicht endgültig ist. Verständlich, aber schlecht für Sie. Von einer Liebesbeziehung auf freundschaftliche Gefühle umzuschalten ist unmöglich. Stellen Sie sich vor, Sie begegnen Ihrem Ex-Partner mit der neuen Flamme an seiner Seite, und er behandelt Sie »nur« wie einen netten Kumpel... Autsch! Wenn Sie auf die Verbindung nicht verzichten wollen, dann halten Sie einige Monate strikte Funkstille und versuchen Sie erst dann, sich als Freunde neu kennenzulernen.

Falle Nr. 4: Sex mit dem Ex-Partner

Er ist nicht ohne Grund ein beliebtes Songthema. Und nicht ohne Grund handelt es sich dabei meist um aggressiven Rap. Ja, die sexuelle Anziehungskraft des Ex' kann überwältigend sein. Wenn Sie gerne leiden, dann geben Sie ihr nach. Entweder wird es unglaublich lustvoll, und Sie weinen am nächsten Morgen bittere Tränen, weil Ihnen klar wird, dass diesen genialen Sex künftig jemand anders haben wird. Oder es wird verkrampft und dröge. Dann werden Sie sich deprimiert fühlen, weil Ihnen dies als letztes sexuelles Erlebnis mit Ihrem Ex-Partner in Erinnerung bleibt. Wenn Ihnen mitten im Trennungsschmerz nach Sex ist, reagieren Sie Ihren Hormonüberschuss bei einem harmlosen One-Night-Stand ab. Aber nicht mit jemandem aus dem Kollegen- oder Freundeskreis. Sie wissen ja, die Welt ist klein...

Falle Nr. 5: Sofort die nächste Beziehung beginnen

Diesen Fehler begehen Verlassene ebenso oft wie frisch Verliebte, die aktiv die Beziehung beendet haben. Fröhliche Schmetterlinge überdecken den Trennungsschmerz. Aber nur oberflächlich. In der Tiefe brodelt es. Die Gründe, aus denen Ihre Beziehung auseinander ging, lösen sich nicht in einer rosa Wolke auf, sondern bleiben Ihnen erhalten, bis Sie sich damit befassen. Bürden Sie diese Altlasten nicht einem neuen Partner auf sondern verarbeiten Sie die Trennung erst einmal allein. Spontane Verliebtheit direkt nach der Trennung fällt übrigens in die gleiche Kategorie wie Arbeitswut, exzessives Feiern, Trinken oder viele ONS. Dahinter steckt keine Lebensfreude sondern lupenreines Fluchtverhalten. Seien Sie mutig und stellen Sie sich dem Schmerz. Umso besser wird es Ihnen anschließend gehen.

Artikel Bewerten ...

Nur eingeloggte Benutzer dürfen Artikel bewerten.

Diesen Artikel ...
Kommentieren (0)
Artikel merken

Kommentare (0)

bisher keine Kommentare
Neueste Kommentare zuerst Älteste Kommentare zuerst
Diskutieren Sie über diesen Artikel